
- Hier wird noch individuell und in "Eigenhaft" produziert & reproduziert -

Sie können direkt auf meinen Schreibtisch schauen (der zufällig mal aufgeräumt ist), können Sie sich auf eine Entdeckungsreise in die Zeit Puschkins begeben und finden Hinweise zu anderen Büchern, historischen Fakten und Personen, welche allein deswegen für mich von Interesse sind, weil sie ein Highlight humanistischer Gesinnung darstellen, an dem wir uns orientieren sollten.








Was gehen uns in Deutschland die Dekabristen an? Mit denen haben wir doch nichts am Hut, könnte man meinen. Außerdem: das ist schon sooo lange her... Was scheren uns die Knackis von 1826, was gehen uns Sibirien oder der Kaukasus an. Feodossia? Nie gehört. Wo liegt das eigentlich? Für mich sind o.g. Personen und Orte Orientierungszeichen, um seelich gesund durch das Leben zu kommen. Wer auf derartige "Wegweiser" verzichtet, wird schnell zum Spekulanten, lässt sich von der Oberflächlichkeit der daily ups and downs, des in und out zu einer meinungslosen Knete formen, kann nicht widerstehen und tut stets das, was alle anderen auch machen. In der Regel heisst das: andere Menschen hintergehen und übervorteilen, um zu schnellen Gewinnen zu kommen, die sich am Ende als Verlust erweisen. Wie schnell das Geld der Anderen futsch ist, wenn man ohne Bremse über den Laufsteg des Lebens schliddert, braucht man im Februar 2010 keinem Banker gross zu erklären... Die gefährliche Krise, in die wir immer noch sind, ist vor allem dadurch bedingt, dass Menschen mit Werten umgehen, ohne ethisch dafür vorbereitet oder geeignet zu sein. Auch deshalb habe ich diese Seite ins Netz gestellt, um all denen Anhaltspunkte, Anregung und Informationen zu geben, die sich mit verantwortungsvollem Geist die Frage stellen: "Welche Werte sind beständig? Welchen Sinn hat mein Leben noch, wenn ich satt bin? Kann ich Krisen durch innere Sicherheiten ausgleichen? Und durch welche?" Etwas Sinnvolles wäre z.B., einmal länger darüber nachzudenken, welche Lebensvorstellungen Menschen in früheren Zeiten hatten, Menschen, die bewusst gelitten haben, damit andere Menschen durch ihr Beispiel geläutert werden und denen, die hungern (auch nach Liebe und Anerkennung!) das geben, wonach sie sich verzehren: saubere Kleidung (Gesundheit), Achtung (Förderung der Persönlichkeit) und jeden Tag genug zu essen. Boris Pasternak hat einmal geschrieben: "Wir alle sind nur in dem Maße Menschen geworden, in dem wir die Menschen liebten oder Gelegenheit hatten, sie zu lieben." Diesen Satz sollte jeder vor dem Aufstehen täglich formulieren und darüber nachdenken, bevor er an sein Werk geht. Wir Menschen existieren nur in der Gemeinschaft. Und für diese Gemeinschaft müssen wir etwas tun, müssen wir aktiv werden - gerade dann, wenn wir satt sind. Die Dekabristen waren solche satten Menschen, die alles hatten. Sie hatten mehr, als wir uns je vorstellen können, denn sie besaßen eine fruchtbare Kultur, kannten noch gültige Maßstäbe, nach denen sie leben konnten, Entscheidungen trafen, welche an den Edelsinn des Menschengeschlechts appellierten. Ihre Namen stehen für die ewige Begeisterungsfähigkeit und den Veränderungswillen der Jugend, aber auch dafür, dass der Mensch im Elend zu einer Grösse findet, die Krisen überdauert. Und bei all ihrer Unfertigkeit sollten wir eines nicht vergessen: sie opferten sich nicht zuletzt für uns, weshalb wir heute aufgerufen sind, eine menschliche Kultur neu zu beleben, deren Wert nahezu ausschließlich nach Umsatz und Gewinn gemessen wird. Was aber können wir dem fortschreitenden Abbau kultureller und ethischer Werte entgegensetzen? Wie können wir einen korrupten Geist beleben und unseren Mut, dann, wenn es nötig sein wird, all unsere Bequemlichkeiten zu opfern, aktivieren, damit für jene, die nach uns kommen, wieder genug Kultur vorhanden ist, in der sie sich entfalten können, ohne von den Strategien des globalen Marktes gelenkt zu werden, wieder das sind, als was sie geboren wurden: Individuen? Oder sind wir mit Erfindung der Atombombe tatsächlich in ein Endphase der Menschheit geraten, in der Zukunft nicht mehr denkbar ist? Die Antwort muss jeder selbst finden, und dieser Findungsprozes führt (aus meiner Sicht) auch über die Dekabristen. Sie haben es vorgelebt, sie haben ihr Leben genau in diesem Sinn verstanden. Sie waren Störenfriede in einer Zeit, da nur wenige das Recht und die Möglichkeiten hatten, ihre Bequemlichkeit zu leben - auf Kosten anderer (natürlich!!!). Man hat sie deshalb weggesperrt - verbannt, damit man sie vergißt. Was taten sie aber? Sie halfen mit, Sibirien zu kultivieren oder riskierten ihr Leben im Kaukasus, bevor sie schließlich taten, wozu sie ausgezogen waren: sie befreiten die Bauern Russlands aus der Leibeigenschaft (indirekt). Sie haben nichts von dem wirklich vermisst, was sie aufgaben, aufgeben mussten. Sie hatten alles, was man sich denken kann und gewannen mehr, als sie sich selbst vorstellen konnten: die Liebe unzähliger Nachgeborener.
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"Die Brüder Christi in Russland" (ISBN 3-8334-1061-2) 49,80 €
Ich habe diesen Titel gewählt, weil das Anliegen der wahrhaftigen Dekabristen darin bestand, eine Welt, die für sie an Unrecht bereits überfüllt war zum besseren zu wenden. Hierfür wollten sie vor allem auf den Geist der Zeit in ihrem Land Einfluss nehmen. Als die Umstände einige von ihnen dazu nötigten, den Protest öffentlich zu machen, waren sie unfähig, Gewalt zu organisieren (bis auf Ausnahmen). Sie nahmen freiwillig Tod, Verbannung und Leid auf sich, da sie wußten - alle schauen auf uns und werden sagen:
"Seht, da waren Menschen die es wagten, kühn zu sagen: SO GEHT ES NICHT WEITER! NICHT MIT UNS!" ...und so bekam die Figur des Jesu Christi Brüder, denn sie taten, was ihr Gewissen ihnen befahl und unterließen, was ihnen christliche Nächstenliebe verbat.
Warum mußte diese Frau (s. Bild oben) im Jahr 1826 bei stärstem Frost die Newa passieren, um ihren Liebsten zu sehen? Wieso saßen die besten Söhne Rußlands hinter dicken Mauern? Weshalb mußte ein großer Dichter hängen und ein anderer zittern, während ein weiterer die Antwort nach dem Sinn seines Schicksals suchte? Wie groß waren die Opfer am Anfang der demokratischen Entwicklung Europas in Rußland? In welcher Verantwortung steht jede Politik, steht die Macht? Diese Fragen stellten sich vor 200 Jahren die jüngsten und talentiertesten Männer des russischen Imperiums. Sie waren voller Stolz, denn sie hatten Napoleon besiegt. Jetzt wollten sie den Atem der Freiheit in alle Hütten tragen - und scheiterten... Abgesehen von der Tragik ihres Lebens, nötigt ihr Schicksal noch heute jedem Respekt ab, der sich ein wenig mit ihnen beschäftigt. Ihre Namen bilden den Glorienschein eines großen Kulturbodens, auf dem der Geist eines Puschkin, eines Leo Tolstoi und vieler anderer erblühte. Sie sind das Edelste, was die Menschheit nach Jesus von Nazareth hervorgebracht hat und bedeuten uns, dass echte Demokratie auch den Einsatz der Herzen verlangt.
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Yale Universität in New Haven / USA (s. Orbis-Katalog)
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von Dekabr (russ.) - Dezember, weil der militärische Aufstand am 14./26. Dezember 1825 stattfand (das erste Datum steht für den julianischen,das zweite für den gregorianischen Kalender). Der Begriff wurde erstmals von Nikolai I. in dessen Korrespondenz mit seinem Bruder Konstantin Pawlowitsch (Warschau) geprägt, um einen Sammelbegriff zu finden, unter dem er "diese Wahnsinnigen" irgendwie bezeichnen konnte, deren Motivation zu Anfang noch nicht klar war und erst während der Untersuchung, bzw. der Zwangsarbeit/Verbannung mehr und mehr zum Impuls eines inneren Widerstandes wurde, aus dem die öffentlich "Entehrten" (de facto aber hoch Verehrten!) Kraft schöpften, um positiv auf ihre Umgebung zu wirken. Damit schufen sie ein einzigartiges Beispiel für menschliche Selbstbestimmung - fern aller Konventionen und nach den Regeln reiner Menschlichkeit. Die provisorische Bezeichnung wurde später von der Allgemeinheit übernommen, weil sie politisch wertfrei ist. Die Helden der Bewegung gelten vielen Intelletuellen Rußlands als Apostel einer neuen Zeit, als Künder einer Volksgemeinschaft nach den Prinzipien Leistung und Solidarität. Die weitere kulturelle und literarische Entwicklung Rußlands (nach Puschkin) ist ohne die Vorbildwirkung der (echten!) Dekabristen nicht denkbar. Sie zählen zum kostbarsten Besitz edler menschlicher Denkungsart - nicht nur für Rußland... Und das Schönste ist daran, sie wärmen unsere Herzen - auch heute noch, als sei die Zeit seit damals stillgestanden ...!

hc 604 Seiten (64,80 €) n.n.; erstmals in deutscher Sprache vorliegendes "Alphabet" maßgeblicher, am Aufstand von 1825 beteiligten Personen, sowie jener, die darüber zu Gericht saßen und deren Umkreis - in Erweiterung des sog. Borowkow-Alphabetes, zzgl. div. Texte zu einigen der im Lexikon erwähnten Personen
Ab sofort zu beziehen über www.epubli.de (Bereich: Wissenschaft) oder im Buchhandel unter der nachstehend genannten Nummer
ISBN : 9783869312064
Lieferzeit: 8-10 Tage

Der Titel wurde bisher von folgenden Bibliotheken bestellt:
Stadtbibliothek Graz (Österreich)
Universitätsbibliothek Lübeck
Europäisches Übersetzer Zentrum in Straehlen / NRW

Band 1: Dokumente zur Vorgeschichte des Dekabristenaufstandes
Derzeitiger Manuskriptstand. S. 318
Teil 1 - Erinnerungen derDekabristen (abgeschlossen)
Teil 2 - Erinnerungen von Zeitzeugen (in Arbeit)
Band 2: Dokumente zum Dekabristenaufstand (incl. Verhaftung und Verurteilung)
Teil 1 - Der Aufstand in St. Petersburg am 14. Dezember 1825
Teil 2 - Der Aufstand in der Ukraine zur Jahreswende 1825/26
Band 3 : Dokumente zur Zwangsarbeit der Dekabristen und ihrer Ansiedlung in Sibirien
Teil 1 - Zur Zwangsarbeit in Nertschinsk, Tschita und Petrowsk
Teil 2 - Die Ansiedlung der Dekabristen in Sibirien
Band 4: Dokumente zum Militärdienst der Dekabristen im Kaukasus
Teil 1 - Erinnerungen der Dekabristen
Teil 2 - Erinnerungen von Zeitzeugen
Band 5: Das literarische Werk der Dekabristen
Teil 1 - Das literarische Wirken bis zum Dekabristenaufstand
Teil 2 - Zur Rezeption des literarischen Wirkens der Dekabristen
Band 6: Die Korrespondenz der Dekabristen in Briefen an, bzw. von Freunden und Verwandten

"Michail Sergejewitsch Lunin - der ewige Optimist" (noch in Arbeit), 460 Seiten (als Arbeitsexemplar "Michele" a.A. lieferbar) 1 CD 12,- €

Teil 1
- Die Familie Murawjow (Manuskriptstand mit ausgewählten Briefen Nikita Murawjows: Seite 130)
Teil 2
- Das Leben des Generals Murawjow-Karskij (Arbeitsexemplar, 408 S.)
Der Teil muss noch einmal überarbeitet werden, da viele Textstellen des wichtigsten Quellengebers sehr unter der sowjetischen Zensur leiden, die (vom Autor beabsichtigt oder nicht) das Zeitbild und die Personen etwas entstellen.




Michail Nesterow: "Der Denker" - Iwan Iljin (Foto von Alex Bakharev)
Manuskriptstand: Seite 38
Meine Leseempfehlung: Raissa Orlowa-Kopelew "Als die Glocke verstummte" - Alexander Herzens letztes Lebensjahr , K.Kramer Verlag, Berlin 1988
Bis Ende Juni noch lieferbar! (Ab August in hc nur HIER über KÖHLERBUCH lieferbar):

"Die Heimat des Fürsten Wolkonsky" (ISBN 3-8370-1859-8) 46,80 €
(Archivfoto um 1896)
Wer dieses Buch nicht gelesen hat, scheint für den Rest seines Lebens gestraft zu sein. Mit sprachlicher Eleganz berichtet der Lehrer von Marina Zwetajewa, ein Vertreter der russischen Hocharistokratie und Enkel von Maria Wolkonsky, von den Höhen und Tiefen seines engagierten Lebens.
Titel der englischsprachigen Ausgabe "My reminescences"; 2 Bände 100 $
Darüber hinaus gibt es noch als CD:
Fürst Sergei Wolkonsky "Bilder zur Geschichte Russlands", 12,- € (Die Texte seiner Vortragsreise durch die USA im Jahr 1896, die ausschlaggebend dafür war, dass man an den Universitäten der USA den Lehrstuhl für Slawistik einführte). Diesen Titel kann man bei ZVAB für 75 $ in englischer Sorache erwerben (Originalausgabe)
(Interessenten senden eine Mail an: Koehlerbuch@email.de)
In aller Kürze sollen Sie noch folgendes wissen: JVincey ist Jahrgang 1947. In der Vergangenheit hat er nach Studium in Moskau und Buchhandelsstudium u.a. für Meshkniga, den Reclam-Verlag (Leipzig) und den VdK Dresden gearbeitet. Zwischen 1974 bis 1976 hat er regelmäßig zu Fragen der Vorschulerziehung in der Bezirkspresse publiziert, ist mehrmals von der GDSF ausgezeichnet worden und hat sich Mitte der 80-er Jahren als Buchhändler selbständig gemacht Er war 1990 Gründungs- und Vorstandsmitglied des Landesverbandes der Buchhändler und Verleger in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Im Jahr 2000 wurde er GUS-Fachberater und erwarb 2003 ein Übersetzer-Diplom. Sein Anliegen ist heute der geistige Brückenschlag zwischen der ausgestorbenen (?) Kultur Rußlands und Deutschland. Was er in 40 Jahren als Wesentliches entdeckt hat, motiviert ihn seit dem Jahr 2002, Bücher zu schreiben, Texte zu übersetzen und alte Namen (wieder) neu zu entdecken, die man in der BRD allem Anschein nach nicht entdecken will. Zitat Vincey: "Man begnügt sich hierzulande mit dem Unverständnis Puschkins und glaubt, damit etwas geleistet zu haben."
Vincey im Oktober 2009
Flyer zum Dekabristenlexikon:



Am Grab eines unbekannten Jugendfreundes der Dekabristen (???):

Ehre, wem Ehre gebührt (oder: mein Versuch, zwei unterschiedlichen Schlachtfeldern ein Geleit zu geben - am Grab des 1785 geborenen Major von Sythin vom Wilnaschen Feldregiment auf dem Stadtgottesacker von Halle (Saale), der im Alter von 28 Jahren in der Schlacht bei Leipzig im Oktober 1813 sein Leben ließ - s.u.)

Links neben dem Grab des V.M. Sythin befindet sich die Grabstätte von Generalleutnant D.P. Newerovskij vom 13. Korps (Osten-Saken) der russischen Armee Alexander I., der einige Tage vor Major Sythin im Lazarett von Halle verstarb und dessen Leichnahm seit 1912 in der Erde von Borodino ruht, wo er am 7. September 1812 eine Division im Brennpunkt des Geschehens kommandierte. Nach ihm wurde eine Strasse in Moskau benannt, die sich in der Nähe des Kutusow-Prospektes befindet.



Ehrenmal für die Division Newerowskij bei Schewardino

Ehrentafel für das Wilnasche Feldregiment am selben Ort (das Datum entspricht dem veralteten Kalender), aus der hervorgeht, dass Major Sythin für die Schlacht bei Borodino mit der "Goldenen Waffe" ausgezeichnet wurde.
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